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Konferenz erneuerbarer Energie der Kelag: "Volkswirtschaftlich leistbarer Klimaschutz"


Mehr als 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutieren heute in Velden am Wörthersee über Makroperspektiven erneuerbarer Energieträger.

Christoph Böhringer, Professor an der Universität Oldenburg betont, dass
Klimaschutz eine drastische Verringerung der Treibhausgasemissionen erfordere - durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energiequellen und eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz. „Angesichts knapper Ressourcen und anderer gesellschaftspolitischer Aufgaben sollte „gute“ Klimapolitik möglichst kosteneffizient sein. Emissionen müssten zu minimalen Kosten für die Volkswirtschaft vermieden werden“.

Böhringer beurteilt die Entwicklung in der Europäischen Union kritisch. „Die Politik übersieht Redundanzen und kontraproduktive Interdependenzen: Emissionen werden in einem Emissionshandelssystem kosteneffizient gedeckelt. Zusätzliche Ziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind entweder überflüssig oder kostspielig. Mit ihrem Klima- und Energiepaket läuft die EU Gefahr, Emissionsminderung deutlich teurer zu machen als nötig und damit die gesellschaftspolitische Akzeptanz für noch mehr Klimaschutz zu untergraben.“ Böhringer regt an, explizite Ziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz mit anderen Argumenten als durch Klimaschutz zu begründen und einer Abwägung von Kosten und Nutzen zu unterziehen.

Hermann Egger, Sprecher des Vorstandes der Kelag, thematisiert weitere Herausforderungen des zukünftigen Energiesystems in Europa. „Bei allen Veränderungen im Energiesystem müssen wir weiterhin die Sicherheit der Energieversorgung gewährleisten. Neben der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger zur Stromerzeugung müssen wir auch in den Netzausbau investieren.“

Durch die stark zunehmende Integration dezentraler Stromerzeugungseinheiten in die bestehenden Systeme wird die Wechselwirkung zwischen Erzeugung und Verbrauch komplexer und dynamischer. Egger: „Dies erfordert eine erhöhte Flexibilität des Systems mit geeigneten Speichertechnologien sowie geeigneter Kapazitätsvorhaltung. Ein effizientes Zusammenspiel zwischen zentralen und dezentralen Systemen ist dabei entscheidend und nur möglich bei einem konsequenten Netzausbau.

Egger verweist darauf, dass die energiepolitischen Ziele Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit hohe Akzeptanz in der Gesellschaft finden. „Die Akzeptanz bei der Umsetzung konkreter Projekte ist derzeit aber gering. Gerade in diesem Bereich müssen in Zukunft alle Beteiligten – Politik/Gesetzgeber, Behörden, Unternehmen und Öffentlichkeit - große Anstrengungen unternehmen, damit die klima- und energiepolitischen Ziele auch tatsächlich umgesetzt werden.“

Bei Vorliegen geeigneter Rahmenbedingungen wird die Kelag auch in Zukunft substanzielle Beiträge zum Klimaschutz und zur Sicherung der Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen leisten. „Zur Erreichung der Zielsetzungen sind aber auch große Anstrengungen von Unternehmen und Privatkunden in allen Bereichen wie zum Beispiel Industrie, Landwirtschaft, Raumwärme und Verkehr zwingend notwendig.“

Josef Stocker

 

Fotos: Kelag/Assaam







07.11.2011

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